American Presbyterian Church: zwei Organisationen, ein Name

Gelbes und blaues Kirchenfenster als allgemeines Symbolbild zum presbyterianischen Christentum

Der Name American Presbyterian Church wird von mehr als einer Organisation verwendet. Eine Kirche führt ihre Entstehung auf 1979 zurück und vertritt eine besondere reformierte Gottesdienstordnung. Ein eigenständiges, in Florida organisiertes Netzwerk entstand 1992 und widmet sich Ordination, Begleitung und Gemeinschaft von Geistlichen.

Beide sind außerdem von der Presbyterian Church (U.S.A.), kurz PC(USA), zu unterscheiden. Wer ihre Geschichte, Lehre oder Aufgaben erklären will, muss die jeweilige Organisation benennen. Sonst entsteht aus zutreffenden Einzelangaben ein falsches Gesamtbild.

Die drei Bezeichnungen im Überblick

Organisation Erkennungsmerkmal
American Presbyterian Church auf americanpresbyterianchurch.org Nach eigener Darstellung 1979 von fünf früheren Bible-Presbyterian-Geistlichen gegründet
American Presbyterian Church auf apcpastors.org 1992 organisiertes unabhängiges Ordinations- und Unterstützungsnetzwerk
Presbyterian Church (U.S.A.) Eigenständige Kirche, deren heutige Form auf eine Vereinigung 1983 zurückgeht

Die ähnliche Sprache verweist auf einen presbyterianisch-reformierten Hintergrund. Sie bedeutet keine gemeinsame Verwaltung und keine automatisch identischen Regeln für Gottesdienst oder Mitgliedschaft.

Wie die Kirche von 1979 ihre Entstehung beschreibt

Die veröffentlichte Geschichte dieser APC nennt fünf Geistliche, die zuvor in der Bible Presbyterian Church tätig waren. Ihr Bericht verbindet die Trennung mit Konflikten um Lehre, theologische Ausbildung und die Einhaltung kirchlicher Standards.

Die Gründer erarbeiteten danach eine Verfassung und begründeten ihren Namen mit dem Anspruch, historisches amerikanisches Presbyterianertum zu vertreten. Das ist eine Selbstdeutung ihrer kirchlichen Treue. Sie darf nicht als Feststellung behandelt werden, alle anderen Presbyterianer hätten ihren Anspruch anerkannt oder seien Teil dieser neuen Organisation geworden.

Bekenntnis und Gnade

Die Einführung in die Verfassung beschreibt Bekenntnis und Katechismen als auf den Westminster Standards beruhend, allerdings mit eigenen Änderungen. Zum Verfassungsbestand gehören außerdem Texte über Leitung, kirchliche Ordnung und Gottesdienst.

Kapitel 11 des veröffentlichten Glaubensbekenntnisses erläutert Rechtfertigung als Annahme und Vergebung durch Gott um Christi willen, empfangen im Glauben. Sie gilt nicht als Lohn für angehäufte Leistungen. Der Glaube wird zugleich als in Liebe wirksam beschrieben.

Die Unterscheidung ist entscheidend: Gute Handlungen sind in diesem Verständnis nicht das Zahlungsmittel, mit dem Menschen ihre Annahme bei Gott erwerben. Sie gehören zu einem Leben, das von Gnade geprägt und verändert werden soll. Ein Bekenntnis hält solche Lehraussagen für die gemeinsame Unterweisung fest; ein Katechismus bereitet sie zum Lernen auf.

Warum im Gottesdienst nur Psalmen gesungen werden

Die Erklärung zum Gottesdienst beruft sich auf das regulative Prinzip. Die Kirche will im öffentlichen Gottesdienst nur das verwenden, was sie als biblisch angeordnet versteht. Daraus leitet sie Schriftlesung, Predigt, Gebet, Psalmengesang und die beiden Sakramente ab.

Exklusive Psalmodie bedeutet hier, dass die biblischen Psalmen den gesungenen Text liefern. Instrumente werden ausgeschlossen. Der wöchentliche Sonntag besitzt besonderes Gewicht, während Weihnachten, Ostern und die Fastenzeit nicht als vorgeschriebene kirchliche Festzeiten begangen werden. Die Begründung liegt in dieser Auslegung dessen, was für den Gottesdienst angeordnet sei.

Das ist die Position dieser Kirche. Ihre Darstellung enthält zugleich Wertungen über andere Traditionen, die als eigene konfessionelle Urteile zu lesen sind. Die genannten Regeln beschreiben weder jeden presbyterianischen Gottesdienst noch alle reformierten Kirchen. Besonders die Gleichsetzung von „presbyterianisch“ mit „keine Osterfeier“ wäre irreführend.

Was Taufe und Abendmahl bedeuten

Die Kapitel 27–29 des Bekenntnisses behandeln Taufe und Abendmahl als Zeichen und Siegel des Gnadenbundes. Zur Taufe gehören nach diesem Text bekennende Gläubige und die kleinen Kinder eines oder zweier gläubiger Elternteile. Die Taufe wird dabei nicht automatisch als Beweis verstanden, jeder Getaufte sei wiedergeboren.

Das Abendmahl wird mit geistlicher Stärkung und Gemeinschaft mit Christus verbunden. Der Text unterscheidet den geistlichen Empfang im Glauben von einer physischen Verwandlung der Substanz von Brot und Wein. Diese Aussagen gehören zu einem bestimmten Verständnis von Gottes Verheißung und kirchlicher Zugehörigkeit.

Älteste, Diakone und Versammlungen

Die Form of Government unterscheidet pastorale Aufgaben, regierende Älteste und Diakone. Regierende Älteste wirken mit den Pastoren an Leitung und Ordnung der Gemeinde mit. Den Diakonen weist der Text Fürsorge für Bedürftige und bestimmte materielle Angelegenheiten zu.

Er beschreibt außerdem Gemeinde-, presbyteriale und synodale Versammlungen. Ihre Befugnisse betreffen die kirchliche Gemeinschaft, nicht eine staatliche Gerichtsbarkeit mit zivilen Strafen. Kirchliche Ordnung und staatliche Hoheitsgewalt werden ausdrücklich auseinandergehalten.

Für ein genaueres Bild müssen die Zuständigkeiten aus dieser konkreten Verfassung gelesen werden. Ein allgemeines Schema über presbyterianische Leitung sagt noch nicht, wie jede Organisation ihre Versammlungen nennt, zusammensetzt oder beaufsichtigt.

Das davon getrennte Netzwerk von 1992

Die Organisation auf apcpastors.org datiert ihre Organisation auf 1992 und beschreibt sich als unabhängige gemeinnützige Einrichtung in Florida. Ihr Schwerpunkt ist eine geordnete Gemeinschaft für Menschen in pastoralen und anderen kirchlichen Diensten. Geprüften und angenommenen Kandidaten bietet sie Ordination, Verantwortlichkeit, Austausch und Fortbildung.

Als mögliche Tätigkeitsfelder nennt sie neben Gemeindearbeit etwa Bildung, Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge. Die Zulassung eines Geistlichen zu einer bestimmten Einrichtung hängt dennoch von deren tatsächlichen Voraussetzungen ab. Die Selbstdarstellung des Netzwerks ist kein Beleg dafür, dass jede Institution seine Qualifikation automatisch anerkennt.

Die Glaubensgrundsätze und Verpflichtungen beziehen sich auf das Apostolische und Nizänische Bekenntnis, reformierte Grundüberzeugungen und die Westminster-Tradition. Die Organisation beschreibt jährliche Rückmeldungen und Verfahren zur Prüfung von Vorwürfen mangelnder Integrität. Ihr Zweck ist nach derselben Seite, Leitungspersonen vorzubereiten und zu unterstützen, die ihrerseits Dienste aufbauen.

Dieses Profil darf nicht mit den Gottesdienstregeln der Kirche von 1979 ergänzt werden, als stammten beide Angaben aus derselben Organisation. Aus der Abkürzung APC folgt keine exklusive Psalmodie und kein gemeinsames Gründungsdatum.

Wo die Presbyterian Church (U.S.A.) einzuordnen ist

Die Geschichtsdarstellung der PC(USA) führt die weitere presbyterianische Tradition auf die Reformation und die mit Johannes Calvin verbundene Theologie zurück. Sie nennt 1706 als Entstehung des ersten Presbyteriums im späteren Gebiet der Vereinigten Staaten. Die heutige PC(USA) entstand hingegen 1983 durch die Vereinigung zuvor getrennter Kirchenzweige.

Diese Daten betreffen unterschiedliche Ebenen: die längere Geschichte des amerikanischen Presbyterianertums und die konkrete heutige Organisation. Sie sind weder der Kirche von 1979 noch dem Netzwerk von 1992 zuzuschreiben.

Ein zuverlässiges Bild entsteht daher über genau zugeordnete Dokumente. Gemeinsame reformierte Wurzeln erklären verwandte Begriffe; die jeweiligen Bekenntnisse, Leitungsordnungen und Tätigkeitsprofile erklären, welche Unterschiede praktisch bedeutsam sind.

Veröffentlicht von ki-lian. Über unseren Redaktionsprozess.

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