Wer ist der Papst? Amt, Wahl und Leo XIV. erklärt

Freie Illustration einer päpstlich gekleideten Person von hinten vor dem Petersdom

Der Papst ist der Bischof von Rom und das Oberhaupt der katholischen Kirche. Nach katholischer Lehre führt er das Petrusamt weiter, das auf den Apostel Petrus zurückgeführt wird. Seit dem 8. Mai 2025 ist Leo XIV., mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost, Papst. Diese Angaben wurden anhand der aktuellen Seite des Heiligen Stuhls im November 2026 geprüft.

Wer ihn auf dem Petersplatz sieht, denkt vielleicht zuerst an die weltweite Kirche. Sein Amt hat zugleich eine örtliche Seite: Er ist Bischof einer bestimmten Stadt. Beides gehört zusammen und erklärt, warum es bei einem neuen Papst mehrere verschiedene Feiern gibt.

Was heißt „Bischof von Rom“?

Das katholische Kirchenrecht beschreibt den Papst als Nachfolger Petri, Hirten der gesamten Kirche und Haupt des Bischofskollegiums. Sein Leitungsamt geht damit über ein einzelnes Bistum hinaus.

Seine Bischofskirche in Rom ist jedoch die Lateranbasilika, nicht der Petersdom. Als Leo XIV. am 25. Mai 2025 dort den Bischofsstuhl in Besitz nahm, sprach er zu seiner römischen Diözese über gemeinsamen Weg und Dienst. Die Predigt dieser Feier macht diese örtliche Verantwortung deutlich.

Illustration zum Christentum als Hintergrund zum katholischen Papstamt

Was passiert, wenn ein Papst stirbt oder zurücktritt?

Das Amt kann durch Tod oder Rücktritt frei werden. Ein Rücktritt muss nach Kirchenrecht freiwillig erfolgen und ordnungsgemäß bekannt gemacht werden. Er braucht keine Annahme durch eine andere Person.

Benedikt XVI. erklärte 2013, seine Kräfte reichten wegen des fortgeschrittenen Alters nicht mehr für die angemessene Ausübung des Amtes. Er kündigte den Beginn der Amtsvakanz für den 28. Februar um 20 Uhr an. Am 13. März wurde Jorge Mario Bergoglio zum Papst gewählt und nahm den Namen Franziskus an.

Nach Franziskus wurde das Amt durch dessen Tod am 21. April 2025 frei. Das hält die vatikanische Urkunde zu seinem Pontifikat fest. „Amtsvakanz“ bedeutet die Zeit, in der der Stuhl des Bischofs von Rom unbesetzt ist.

In dieser Übergangszeit kümmern sich die Kardinäle um bestimmte laufende oder dringende Angelegenheiten und bereiten die Wahl vor. Sie übernehmen dabei nicht einfach sämtliche Befugnisse eines Papstes.

Wer wählt den neuen Papst?

Die Wahl steht den dazu berechtigten Kardinälen zu. Nach Universi Dominici Gregis sind jene ausgeschlossen, die bereits vor dem Tag des Eintritts der Vakanz 80 Jahre alt geworden sind.

Die Wahlversammlung heißt Konklave. Die Stimmberechtigten geben geheime schriftliche Stimmen in der Sixtinischen Kapelle ab. Für eine gültige Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Wähler erforderlich. Die 2013 geänderten Wahlregeln bestätigen diese Mehrheit.

Geheim bleiben Beratungen und einzelne Stimmen. Das Ergebnis wird anschließend öffentlich bekannt gemacht. Das Konklave ist also keine öffentliche Wahlkampfabstimmung aller Katholiken.

Ab wann ist der Gewählte tatsächlich Papst?

Nach der Wahl wird er gefragt, ob er sie annimmt und welchen Namen er tragen möchte. Ist er bereits Bischof, erhält er nach Annahme der rechtmäßigen Wahl die volle Amtsgewalt. Falls nicht, muss er unverzüglich die Bischofsweihe empfangen.

Die spätere Feier auf dem Petersplatz ist daher nicht erst der Augenblick, in dem ein bereits zum Bischof geweihter Gewählter Papst wird. Die Unterscheidung zwischen Annahme, öffentlichem Auftreten und feierlicher Einführung hilft, die Bilder im Fernsehen richtig einzuordnen.

Was zeigten die drei Feiern Leo XIV.?

Am 8. Mai 2025 stieg weißer Rauch auf. Er signalisierte, dass eine Wahl stattgefunden hatte. Die Bekanntgabe des Namens und das Erscheinen des neuen Papstes folgten. Vatican News dokumentiert diesen Moment.

Leo XIV. erteilte am selben Tag seinen ersten Segen Urbi et Orbi, „der Stadt und dem Erdkreis“. In seiner ersten Ansprache sprach er über Frieden und den Auftrag der Kirche.

Am 18. Mai folgte die feierliche Einführung in das Pontifikat. Am 25. Mai nahm er dann den Bischofsstuhl im Lateran in Besitz. Wahl, Einführung und die Feier als Bischof von Rom zeigen verschiedene Seiten desselben Amtes.

Was macht ein Papst im Alltag seines Amtes?

Zum Amt gehören Lehren, Gottesdienste, Seelsorge und kirchliche Leitungsentscheidungen. Kardinäle, Bischöfe und weitere Einrichtungen unterstützen ihn. Der Papst arbeitet damit nicht allein, auch wenn seine Person besonders sichtbar ist.

Eine Leitungsaufgabe ist die Ernennung von Bischöfen beziehungsweise die Bestätigung rechtmäßig Gewählter. Die Canones 377 und 381 zeigen zugleich, dass ein Diözesanbischof eigene Verantwortung für sein Bistum trägt.

Ein Beispiel für öffentliche Glaubensvermittlung ist Leos Angelus-Ansprache zu Allerheiligen am 1. November 2026. Er verband die große Schar aus der Offenbarung und die Seligpreisungen Jesu mit Heiligkeit im gewöhnlichen Leben. Solche Ansprachen richten sich an Gläubige weit über Rom hinaus.

Heißt Unfehlbarkeit, dass jedes Wort eines Papstes fehlerlos ist?

Nein. Das katholische Katechismus-Kompendium, Frage 185 bezieht Unfehlbarkeit auf genau bestimmte verbindliche Lehrentscheidungen in Glaubens- und Sittenfragen. Sie ist keine Behauptung, jeder persönliche Kommentar oder jede alltägliche Entscheidung des Papstes sei unfehlbar.

Beim Verstehen einer päpstlichen Äußerung lohnt deshalb die Frage nach ihrer Form und ihrem Anlass: ein persönliches Gespräch, eine Predigt, eine kirchliche Entscheidung oder eine verbindliche Lehrverkündigung sind nicht einfach dasselbe.

So wird das Papstamt übersichtlicher: eine konkrete Person, ein Bischofsamt in Rom und eine besondere Leitungsverantwortung innerhalb der katholischen Kirche. Die Wahl bestimmt den Amtsinhaber; die vielen sichtbaren Auftritte und Entscheidungen zeigen, wie er dieses Amt ausübt.

Veröffentlicht von ki-lian. Über unseren Redaktionsprozess.

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