Dallas Jenkins: Sein Glaube und „The Chosen“

Freie Illustration eines sitzenden Geistlichen mit Kreuz, kein Porträt von Dallas Jenkins

Welche Religion hat Dallas Jenkins, der Schöpfer von The Chosen? In einem eigenen Interview von 2020 bezeichnet er sich als evangelikalen Christen. Für seine Jesusserie ist dieser Glaube wichtig. Trotzdem ist die Serie ein gestaltetes Drama und keine wortgetreue Wiedergabe der Evangelien.

Illustration zum Zusammenhang persönlicher Glaubensüberzeugungen und öffentlicher Aussagen

Das lässt sich gut an drei Fragen erklären: Wie beschreibt Jenkins sich selbst? Warum arbeitet er mit Menschen anderer christlicher Traditionen zusammen? Und was passiert, wenn aus einer kurzen Bibelstelle eine ausführliche Filmszene wird?

Was sagt Jenkins über seinen Glauben?

Im Podcast All In vom 29. Juli 2020 beschreibt Jenkins seinen evangelikalen Hintergrund. „Evangelikal“ meint eine christliche Glaubensrichtung und ist nicht einfach gleichbedeutend mit jeder evangelischen Kirche im deutschsprachigen Raum.

Im Gespräch erklärt er auch seine Zusammenarbeit mit Angehörigen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Er spricht von Freundschaften und gemeinsamem Interesse an Jesus, benennt aber zugleich Unterschiede in Theologie und Praxis.

Aus einer Zusammenarbeit folgt deshalb kein Wechsel seiner Religionszugehörigkeit. Ein Interview belegt zunächst, wie jemand zu diesem Zeitpunkt über sich und andere spricht. Für Behauptungen über eine spätere Veränderung bräuchte es neue, ausdrückliche Belege.

Warum stehen Jesu Begleiter so stark im Mittelpunkt?

Im selben Gespräch erklärt Jenkins, dass Zuschauer Jesus durch die Augen von Menschen kennenlernen sollen, die ihm begegnen. Er nennt unter anderem Maria Magdalena, Simon Petrus, Matthäus und Nikodemus.

So können unterschiedliche Figuren als Zugang zur Geschichte dienen. Eine Person erkennt sich vielleicht eher in Zweifeln wieder, eine andere in Überforderung oder Hoffnung. Die erzählten Vorgeschichten schaffen dafür Raum, auch wenn die biblische Vorlage an einer Stelle nur wenig berichtet.

Wie viel davon ist künstlerische Freiheit?

Im Gespräch mit dem Podcast Got Questions nennt Jenkins die Serie ausdrücklich ein historisches Drama über Menschen im Galiläa des ersten Jahrhunderts. Die Bibel dient ihm als zentrale Quelle der Wahrheit und Inspiration. Diese religiöse Bewertung ist seine eigene Überzeugung.

Er beschreibt zugleich umfangreiche künstlerische Freiheiten. Zusätzliche Gespräche, Hintergründe und Szenen gehören zur filmischen Gestaltung. Er fordert Zuschauer dazu auf, die Evangelien selbst zu lesen.

Das ist eine hilfreiche Unterscheidung beim Anschauen: Eine überzeugend gespielte Szene kann berühren, ohne deshalb ein zusätzlicher historischer Beleg zu sein. Auch eine religiös ernst gemeinte Serie bleibt eine Bearbeitung.

Was zeigt das Beispiel Maria Magdalena?

Lukas 8:1–3 nennt Maria Magdalena unter den Frauen, die Jesus begleiteten. Der Text erwähnt, dass sieben Dämonen aus ihr ausgefahren waren. Eine ausführliche Szene dieser Heilung erzählt der Abschnitt nicht.

Jenkins nennt ihre Heilung dagegen als Bestandteil der ersten Serienfolge. Deren Titel I Have Called You By Name knüpft an die Worte aus Jesaja 43:1 an.

Dort spricht Gott ursprünglich Jakob und Israel an. Das ist wichtig: Die biblische Passage ist in ihrem eigenen Zusammenhang kein Bericht über ein Gespräch Jesu mit Maria Magdalena. Wenn die Serie solche Worte mit ihrer Geschichte verbindet, ist das eine Entscheidung der filmischen Deutung.

Wie kann man die Serie mit der Bibel vergleichen?

Man kann nach einer Folge die zugehörigen Textstellen lesen und drei Dinge markieren: Was steht tatsächlich dort? Was wurde für die Handlung ergänzt? Und welche Bedeutung legt die Gestaltung nahe?

So lässt sich auch über unterschiedliche Reaktionen sprechen. Manche Zuschauer finden in den Ergänzungen einen Zugang zum Bibeltext. Andere möchten solche Vorstellungen lieber nicht mit den Evangelien verbinden. Die Unterscheidung zwischen Quelle und Darstellung macht das Gespräch genauer.

Jenkins’ eigene Aussagen geben einen verständlichen Einblick in Glauben und Arbeitsweise. Sie machen aber weder alle Beteiligten zu Angehörigen derselben Kirche noch jede Szene zur Bibelaussage. Das Beitragsbild ist eine freie Illustration eines Geistlichen und kein Porträt von Dallas Jenkins.

Veröffentlicht von ki-lian. Über unseren Redaktionsprozess.

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